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Die Ahmadiyya Bewegung
Quadian ist eine Stadt im indischen Panjab. In der Stadt
Qardian liegt der Ursprung der Ahmadiyya Bewegung (1889). Später zog die
Bewegung nach Rabwah, ca. 80 km von Quardian entfernt. 1908 starb der
Begründers der Bewegung, Hazrat Mirza Ghulam Ahmad (Hazrat=Heiligkeit), der sich
als Prophet und Messias nach Mohamed betrachtete. Nach seinem Tod spaltete sich
eine kleine Bewegung ab und ging nach Lahor und bildeten den Lahore-Zweig der
Ahmadiyya. Die Lahor Gruppe erkennt Mirza Ghulam Ahmad nicht als Propheten
an. Die restlichen Gemeindemitglieder blieben in Rabwah. Diese Gruppe
wird als Qardianische Zweig bezeichnet. In Rabwah, heute Pakistan, befindet
sich das Weltzentrum der Qadiani.
Wegen der Lehre, dass der Begründer der Bewegung Hazrat
Mirza Ghulam Ahmad ein Messias nach Mohamed sei, werden die Ahmadiyya als Ketzer
betrachtet. Ketzertum wird nach der Lehre des Koran mit dem Tode bestraft. Daher
werden die Quardian-Ahmadiyya in der ganzen Welt mehr oder weniger verfolgt.
Gleichzeitig glauben die Quardian-Ahmadiyya,
dass Hazrat
Mirza Ghulam Ahmad die geistige Wiedergeburt Jesu, das zweite Erscheinen Buddhas,
eine Inkarnation Vishnus sowie eine Wiederkunft Krishnas sei. Damit
lästern die Ahmadiyya den großen Weltreligionen. [Kleines Islamlexikon,
Verlag Beck]
Die Quardian-Ahmadiyya sind weltweit
durch Ihre Missionstätigkeit bekannt.
Die Moschee in Hannover-Stöcken wird von der Qardian-Ahmadiyya Gruppe
betrieben.
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Vorherrschaft des Islam
Ahmadis glauben fest an die bevorstehende Vorherrschaft des Islam.
Die Ahmadiyya sieht keinen Unterschied zu anderen islamischen
Bewegungen, außer in ihren Anstrengungen „die ursprüngliche Schönheit
und Einfachheit des Islam“ wiederherzustellen und den absoluten
Verzicht auf Gewalt bei der Verfolgung ihrer Ziele. Der Missionseifer
der Ahmadiyya gründet sich in der Vision des Mirza Ghulam Ahmad von der
„Eroberung Europas für den Islam“. Angesichts der Schwemme von
christlichen Missionaren auf dem indischen Subkontinent genügte es
Mirza nicht, die Angriffe der Christen auf den Islam nur passiv
abzuwehren. Sein Ehrgeiz war es zur Offensive überzugehen, den Islam
nach Europa zu tragen und die Invasoren in die Defensive zu drängen.
Er
war vollkommen überzeugt, dass „der Islam blühen und die Welt
beherrschen“ werde und hat diesen Wunsch in die Herzen seiner Anhänger
eingepflanzt. In ihrem „Glauben und Enthusiasmus“ und der
„Opferbereitschaft“ für dieses Ziel läge das „Geheimnis für den Erfolg
der Ahmadiyya-Bewegung“.[72]
Welches Ziel die Ahmadiyya mit ihrem Missionseifer verfolgt, geht u.a. aus dem Kommentar zu Sure 30 Vers 58 hervor:
„Beim ersten Aufstieg des Islams war der Untergang der
christlichen Völker nicht endgültig, aber sein Wiederaufstieg in
unserer Zeit wird die vollständige Verdrängung des heutigen
Christentums herbeiführen.“
– Koran – Der Heilige Qur-ân: Anmerkung 153 [73]
Missionsarbeit
Um die „Vorherrschaft des Islam“ Wirklichkeit werden zu lassen
unternimmt die Ahmadiyya erhebliche Missionsanstrengungen. Dazu gehört
die Entsendung von Missionaren in alle Welt (siehe Wilmersdorfer Moschee),
die Produktion großer Mengen von Publikationen in eigenen Verlagen
(Verlag Der Islam) und die Verbreitung missionarischer Fernsehsendungen
mit einem eigenen Sender (MTA).
Bereits 1934 wurde der „Tehrik-e-Jadid-Plan“ mit dem Ziel gegründet,
missionarische Arbeit im Ausland voranzutreiben, den Mirza
Baschir-ud-Din Mahmud Ahmad als „Sprungbrett zur Etablierung der neuen
Weltordnung“ bezeichnete. [58] Für diese Aktivitäten (MTA, Tehrik-e-Jadid) gibt es eigene Spendenaktivitäten.
100-Moscheen-Plan
Das Ziel, 100 Moscheen in Deutschland zu bauen, steht im Rahmen der weltweiten Missionsanstrengungen. Das „100-Moscheen Projekt“ wurde anlässlich der „100-Jahr-Feier“ 1989 vom 4. Kalifen, Mirza Tahir Ahmad, bekannt
gegeben und sollte ursprünglich in 10 Jahren umgesetzt werden.[74]
Der zwischenzeitlich auf 2010 verschobene Termin wird bei jährlich 4-6
Moschee-Neubauten ebenfalls nicht erreicht werden. Das Ziel ist Hinterhofmoscheen
und angemietete Objekte aufzugeben und damit etwa 40% der 250
Ortsgemeinden mit einer Moschee auszurüsten. In Berlin wird zurzeit in Heinersdorf die Chadidscha-Moschee gebaut.
Vereinigung der Religionen im Islam
Die Ahmadiyya lehrt, dass Buddha, Krishna, Abraham und Jesus Christus islamische Propheten waren, sich aber durch Vergessen, Manipulationen und Hinzufügungen die Religionen Buddhismus, Hinduismus, Judentum und Christentum
entwickelt haben. Sie wollen in all diesen Religionen Anzeichen dafür
gefunden haben, dass sie in der „Endzeit“ einen „Reformer“ erwarten,
der im Islam als Mahdi
erwartet wird. Mirza Ghulam Ahmad verstand sich als die prophezeite
Wiederkunft von Jesus, Krishna und Buddha in einer Person. Mirza Ghulam
Ahmad beanspruchte die Eigenschaften all dieser Propheten in sich zu
vereinen und im Geist und der Kraft der früheren Propheten erschienen
zu sein.[75] Er will die Ahmadiyya-Bewegung im göttlichen Auftrag gegründet haben,[76] damit sich alle Religionen unter dem Banner des Islams vereinigen, was sich innerhalb von 300 Jahren
erfüllen soll.[77] Diese Vorstellungen werden im interreligiösen Dialog teils als vereinnahmend teils als synkretistisch verstanden.
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